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Aug 02

Zehntklässler des GO zu Besuch in der „Lesebar“

Nach der Buchvorstellung durften die Zehntklässler noch ausgiebig schmökern.

Nach der Buchvorstellung durften die Zehntklässler noch ausgiebig schmökern.

Eine Deutschstunde der besonderen Art erlebten knapp 30 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse des GO in der Buchhandlung „Lesebar“ in Ochsenhausen. Statt der Analyse von Gedichten durften sie einfach nur den Buchvorstellungen von Pat Götz lauschen. Und das zu einem Zeitpunkt, der auf jeden Fall geeignet ist.

Die großen Ferien stehen nämlich vor der Tür. Für viele Schülerinnen und Schüler heißt das Ausspannen und Urlaub – aber auch manchmal Langeweile. Da kamen die Büchertipps gerade recht. Die Inhaberin der Buchhandlung „Lesebar“ in Ochsenhausen gönnte den Schülern eine knappe Stunde lang Einblicke in aktuelle Erscheinungen des Jugendbuchmarktes. Dabei durfte zum Beispiel der mittlerweile schon zum Klassiker avancierte Roman „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von Graham Green ebenso wenig fehlen wie das weniger bekannte „Bunker Diary“ des Engländers Kevin Brooks. In diesem Buch befindet sich der Protagonist in einer ausweglosen Situation, deren düsterer Grundton durchaus kafkaeske Züge trägt.

Die Zuhörer hatten es sich derweil bei Kerzenlicht ganz gemütlich gemacht: Bewirtet mit Getränken und Chips folgten sie im Kellergeschoss des Ladens aufmerksam den Ausführungen der Buchhändlerin, die lebendig und anschaulich Einblicke in die Romane gab.

Pat Götz hat ein reges Interesse daran, junge Leser an die Kinder- und Jugendliteratur heranzuführen und engagiert sich vielfältig. Neben ihrer Unterstützung für die neu eingerichtete Unterstufenbücherei am Gymnasium lädt sie immer wieder Schulklassen in ihre Räumlichkeiten, um vielleicht beim einen oder anderen die Scheu vor Literatur zu vertreiben. Das Gymnasium Ochsenhausen, das auch in anderen Bereichen sehr eng mit lokalen und regionalen Betrieben zusammenarbeitet, nutzt das breite Bücher- und Informationsangebot des Geschäfts im Herzen Ochsenhausens auf vielfältige Weise. Für die Deutsch- und Englischlehrer ist die „Lesebar“ somit zu einer wichtigen Adresse geworden. Und die Buchhändlerin kann aus ihren eigenen Wurzeln Kapital schlagen: Als gebürtige US-Amerikanerin, die mit 13 Jahren nach Oberschwaben kam, hat sie ihren Hang zur amerikanischen bzw. englischsprachigen Literatur nie aufgegeben. Da verwundert es nicht, dass regelmäßig Englischlehrer bei ihr vorstellig werden, um mit ihren Klassen einiges über die neuen und interessanten Titel des amerikanischen Buchmarkts zu erfahren.

„Die englischsprachigen Autoren schaffen es sehr gut, Gefühle beim Leser anzusprechen und wachzurufen“, meint Pat Götz, wenn sie versucht, den Erfolg vieler amerikanischer Schriftsteller zu erklären. Doch kommen bei ihr natürlich auch die deutschen Autoren zu ihrem Recht. So durfte zum Beispiel der Beststeller „Erebos“ von Ursula Poznanski nicht fehlen.

An diesem Morgen verlassen einige der Schüler die „Lesebar“ mit Stoff für die kommenden sechs Wochen. Da hat die Langeweile wohl keine Chance mehr.