SFZ-Projekt in der Endrunde des BundesUmweltWettbewerbs

v.l.n.r.: Bauleiter André Eigner, Alexander Graf, Niklas Remiger Benno Hölz, Schulleiterin Elke Ray und Christian Wild, Geschäftsfeldleiter Bau bei Max Wild vor dem Wasserrad am Ochsenhauser Krummbach

Schüler aus Ochsenhausen präsentiert Green Energy Grid in Kiel

Ochsenhausen/Kiel: Vorvergangenes Wochenende wurde das bisher größte standortübergreifende Projekt des Schülerforschungszentrums (SFZ) Südwürttemberg, zu dem auch das Wasserkraftwerk am Gymnasium Ochsenhausen gehört, beim BundesUmweltWettbewerb in Kiel vorgestellt. Zuvor hatte ein standortübergreifendes SFZ-Team um Benno Hölz vom Gymnasium Ochsenhausen (SFZ Landkreis Biberach) sich mit einer schriftlichen Ausarbeitung des Gesamtprojekts an dem bundesweiten Wettbewerb beteiligt. Eine Jury hatte das Projekt als herausragend beurteilt und das Team zur „Endrunde der Besten“ nach Kiel eingeladen.

Insgesamt hatten sich in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler mit 398 Projekten beim BUW beworben. Davon waren nach einer mehrstufigen Begutachtung jeweils neun Projekte in zwei Altersklassen als herausragend bewertet und nach Kiel eingeladen worden. Im September erfahren die Schüler dann ihr genaues Ergebnis.

Das Green Energy Grid ist ein SFZ-Projekt zur Energiewende, zu dem ein Windkraftwerk in Bad Saulgau, ein Methankraftwerk in Überlingen und das Wasserkraftwerk am Krummbach in Ochsenhausen gehören. Die Kraftwerke wurden durch SFZ-Schüler an den entsprechenden Standorten konzipiert und gebaut und anschließend vernetzt. Die Echtzeitdaten der beiden umweltfreundlichen Stromproduzenten in Bad Saulgau und Ochsenhausen fließen nun auf einem Server in Ulm zusammen, der so konzipiert ist, dass auch andere Initiativen leicht und kostengünstig eigene Kraftwerke oder Speichertechnologien einbinden können. Die SFZ-Schüler haben damit überregional die zentrale Infrastruktur für eine „Energiewende in klein“ realisiert. Als Vertreter ihrer Schülergruppen an den unterschiedlichen Standorten haben Benno Hölz (Ochsenhausen), Tobias Frager (Bad Saulgau) und Timm Kratz (Ulm) das Gesamtprojekt in Kiel präsentiert.

Möglich geworden war das Projekt durch den Gewinn des Zayed Future Energy Prize der Vereinigten Arabischen Emirate im Januar 2016. Der Preis war mit US$ 100000 dotiert, die den Projektstart ermöglicht hatten. Umsetzbar war das Gesamtprojekt aber nur durch die Unterstützung zahlreicher lokaler Unternehmen. Ein sehr großer Beitrag kam dabei vom Bauunternehmen Max Wild aus Berkheim, das die kompletten Erdarbeiten für den Bau des Wasserkraftwerks übernommen hatte, darunter auch ein 100 Meter langes, unterirdisches Druckrohr.

„Wir waren von Anfang an begeistert von dem Gesamtprojekt“, sagt Christian Wild, Geschäftsfeldleiter bei Max Wild. „Für uns war klar, dass wir unbedingt helfen wollten, das Kraftwerk zum Laufen zu bringen. Deshalb haben wir die Bauarbeiten, die für die Schüler unmöglich waren, übernommen und auch einen Großteil der Kosten dafür getragen.“

Zur feierlichen Inbetriebnahme des Wasserrads und zur Vorstellung des damals noch unvollständigen Gesamtprojekts im Dezember 2016 waren Christian Wild und sein verantwortlicher Bauleiter André Eigner, neben zahlreichen anderen Sponsoren, selbstverständlich anwesend. So war es auch Ehrensache, dass die beiden sich jetzt, anlässlich der Nominierung des Projekts unter den besten Umweltprojekten des Bundesgebiets, noch einmal mit drei der beteiligten Schüler am Wasserrad getroffen haben.

Das Green Energy Grid des Schülerforschungszentrums (SFZ) soll übrigens offen bleiben: neue Schülerideen zu umweltfreundlichen Energiequellen bzw. Speichermöglichkeiten können jederzeit ins Netz eingegliedert werden. Besonders schön: Aus Konkurrenten um den Zayed-Preis sind inzwischen Kooperationspartner geworden. Die irische Schule, die 2016 dem SFZ beim Run auf den Preis in Abu Dhabi unterlegen war, ein Jahr später aber damit ausgezeichnet wurde, kooperiert inzwischen mit dem SFZ und dem Gymnasium Ochsenhausen in einem Erasmus-gefördertem Projekt. Derzeitig wird daran gearbeitet, die Gemüse- und Fischzucht auf dem Dach einer Dubliner Schule mit dem Green Energy Grid zu verbinden. Arbeitstreffen in Ochsenhausen und Dublin haben bereits stattgefunden.

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