Irische und deutsche Schüler stellen neue Online-Plattform vor

Schüler des GO und des Belvedere-College in Dublin erarbeiten gemeinsam Erklärvideos zu erneuerbaren Energien.Wie funktioniert Windkraft? Wie lässt sich Energie speichern? Wie kann man die Energieeffizienz eines Wasserrads errechnen? Dies alles sind klassische Fragen aus den Naturwissenschaften, die eigentlich in gewohnter Manier entweder mithilfe des Schulbuchs oder im Unterrichtgespräch erarbeitet werden müssen. Ganz anders funktioniert das Prinzip des Flipped Classroom.
Dabei sollen kurze Erklärvideos im Internet Lernende vorentlasten. Schüler informieren sich per Videoclip bereits zu Hause und arbeiten am nächsten Tag in der Schule weiter, wobei sie nun ihr Wissen vertiefen oder in Experimenten anwenden.
Die Schüler des Belvedere-College aus Dublin und Oberstufenschüler und Schüler der 9. Klasse des GO haben im Rahmen eines Schüleraustauschs innerhalb einer Woche nun 24 solcher Erklärvideos produziert und damit den Startschuss für eine neue Online-Plattform gegeben. „Project Based Learning for a sustainable future – projekthaftes Lernen für eine nachhaltige Zukunft“ soll in Zukunft anderen Schülern helfen, komplizierte Themen einfacher zu lernen und besser zu verstehen. Am Ende der gemeinsamen Projektwoche in Ochsenhausen wurden die Plattform und die Videos der Öffentlichkeit vorgestellt.
Bei ihren Dreharbeiten ließen sich die Jugendlichen viel Kreatives einfallen. Da sind dann schon einmal ausgeschnittene Wasser- oder Windräder zu sehen, Pfeile werden auf ein weißes Blatt Papier gelegt, Formeln hinzugefügt. Eine Schülerstimme erläutert den Sachverhalt in kleinen Erklärschritten. Sogar naturwissenschaftlich weniger Interessierte haben so in Kürze eine Vorstellung von der Berechnung der Energieeffizienz einer Glühbirne.
Das Projekt ist Teil eines durch das Erasmus-Plus-Programm der EU geförderten Schüleraustauschs und ein weiterer Schritt in Richtung einer engeren Zusammenarbeit des GO mit dem Belvedere-College. Positiver Nebeneffekt ist zudem, dass die entstandenen Erklärvideos nicht nur für deutschsprachige Schüler interessant sind: Die Clips auf Englisch sind weltweit einsetzbar.
„Ich bin überzeugt, dass nichts wichtiger ist als zusammenzuarbeiten – und das auch interkulturell“, betont der Lehrer Tobias Beck, der die Kontakte nach Dublin knüpfte, nachdem sich Vertreter der beiden Schulen bei der Preisverleihung für das Wasserrad-Projekt in Abu Dhabi zum ersten Mal begegneten. Daneben gibt es aber natürlich den didaktischen Aspekt: „Wenn wir uns das genau überlegen, sind doch diejenigen, die Erklärvideos herstellen, wirklich Experten auf ihrem Gebiet“, freut sich Nadja Titze, Lehrerin am GO, die den Austausch betreut. Somit lernen nicht nur künftige User, sondern auch die Produzenten der Clips – und die Beschäftigung mit Wissenschaft hilft, weit über das Thema hinaus Brücken zu schlagen.. Schließlich wurden in dieser Arbeitswoche auch erste deutsch-irische Freundschaften geknüpft. Die neue Plattform ist unter www.project-learning.eu ab sofort für alle erreichbar.

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