Abikonzert am GO als gelungene Generalprobe vor der Prüfung

Generalprobe und Konzertabend zugleich war die rund zweistündige Darbietung der fünf Oberstufenschüler des Gymnasiums Ochsenhausen im Musiksaal der Schule. Die angehenden Abiturienten zeigten nur wenige Tage vor ihrem fachpraktischen Abitur den anwesenden Mitschülern, Eltern, Freunden und Lehrern, welches Talent in ihnen steckt. Dabei präsentierten die jungen Erwachsenen an Klavier, Violine, Horn und Querflöte eine große Bandbreite an musikalischen Leckerbissen vom Barock bis in die Moderne.

Den Auftakt machte Sarah Ruf am Klavier. Sie überzeugte durch ihr sicheres und expressives Spiel, das vor allem in der sogenannten „Militärpolonaise“ von Frédéric Chopin deutlich wurde. Ihre Wahlstücke spielte die Schülerin allesamt auswendig und bewies damit, wie sehr sie sich mit dieser Musik auseinandergesetzt hatte. Im einem Scherzo von Schubert arbeitete die junge Pianistin in der rechten Hand präzise und klar artikuliert das Thema heraus. Aber auch die Darbietung des Pflichtstücks – „Sechs leichte Variationen über ein eigenes Thema“ von Ludwig van Beethoven ließ den Fleiß der Schülerin erkennen.

Laura Besenfelder an der Flöte, begleitet von Elli Freundorfner am Flügel, entführte das Publikum zunächst in die vertrauten Gefilde von Mozarts Flötenkonzert in C-Dur. Im Andante-Satz war es vor allem die Coda, in der die Flötistin zeigen konnte, dass sie ihr Instrument im Griff hat. Carl Philipp Emanuel Bachs Sonate für Soloflöte hingegen verlangt dem modernen Zuhörer  und dem Musiker schon eher Ungewohntes ab, zumal die solistische Darbietung eine ganz besonders virtuose Kunstform darstellt. Laura Besenfelder schöpfte dabei mit gutem Ansatz den großen Tonumfang des Stücks aus, wobei sie auch die zahlreichen Verzierungen gekonnt meisterte. 

Als Violinisten glänzten an diesem Abend Laura Selina Hempfer und Alisa Fastus. Christoph Remiger am Klavier begleitete Laura Hempfer dabei sehr einfühlsam. In einer F-Dur-Romanze von Beethoven wurde zum einen das gelungene Zusammenspiel, aber auch die Fähigkeit der Solistin deutlich, die dem Stück inhärente expressive Dynamik musikalisch umzusetzen. Beim Gavotte-Satz aus der h-Moll-Partita für Solovioline war es der letzte Teil, bei der die Violinisten ihr Publikum durch die klare Stimmführung beeindruckte.

Alisa Fastus spannte den Bogen von Händel über Brahms bis hin zum modernen Komponisten Bohuslav Martinú. Begleitet von Cornelia Klemenz überzeugte die junge Geigerin vor allem bei den traditionellen Komponisten. Mit gekonnter Phrasierung griff Alisa Fastus den feierlich-höfischen Charakter der „E-Dur-Sonate“ Händels auf. Kontrastreich dazu verhielt sich das „Scherzo“ in c-Moll von Johannes Brahms. Hier wechselten lyrisch-elegische mit virtuos-dramatischen Passagen ab. Alisa Fastus brillierte durch ihre Spielsicherheit.

Max Hochdorfer am Horn beschloss den Reigen der Darbietungen. Zusammen mit Franz Raml stellten die Musiker dem Publikum ein Instrument vor, das in der eher gängigen Literatur seltener vertreten ist. Sein warmer Klang, den der angehende Abiturient mit Spielfreude und Sicherheit dem Horn entlockte, ist dabei aber nur eine Seite des Instruments. Die Vielseitigkeit zeigte sich zum einen im ersten Satz aus Franz Strauß` „Hornkonzert“ in c-Moll, aber auch bei Camille Saint-Saëns` „Morceau de Concert“. Max Hochdorfer entlockte dabei seinem Instrument Lyrisches genauso überzeugend wie „dramatische“ Töne.

Im Anschluss an das Konzert würdigte Schulleiterin Elke Ray in einer kurzen Ansprache den Einsatz aller Beteiligter: Ray bedankte sich bei Schülern, begleitenden Instrumentalisten, Instrumentallehrern und nicht zuletzt bei der Kursleiterin Verena Stei für die Mühe und Arbeit, die in der Vorbereitung und Durchführung eines solchen Abends stecke. Nachdem das Lampenfieber abgeklungen war, brachten die Schüler nochmals einen kleinen Ohrenschmaus zu Gehör: Als a-capella- Formation sangen sie sichtlich gelöst den Titel „Just the way you are“ aus dem Film „Pitch Perfect“. Ein Lied, das richtig unter die Haut ging und so manche Konzertbesucher zu Tränen rührte.

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