Theaterfahrt der JG 1 nach München

„Erkennen, was die Welt im Innersten zusammen hält“, das will Faust in Goethes großem Menschheitsdrama, das zugleich Abiturthema in Deutsch ist. Erkennen, wie dieser Stoff auf eine Bühne gebracht werden kann, das wollten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe I, als sie sich in der Woche vor den Pfingstferien gemeinsam mit ihren Deutschlehrerinnen und – lehrern auf den Weg in die Münchner Kammerspiele machten, die sich mit ihrer aktuellen Produktion „Yung Faust“ des sperrigen Klassikers angenommen hatten.

Wer dabei auf eine naturalistische Bebilderung der Geschichte vom ewig strebenden und dabei fehlenden Gelehrten gehofft hatte, sah sich allerdings schnell getäuscht: Nachwuchsregisseurin Leonie Böhm hatte mit ihrer nur aus zwei Schauspielerinnen (Annette Paulmann, Julia Riedler) und einem Schauspieler (Benjamin Radjaipour) bestehenden Schauspielschar Goethes Text radikal neu befragt und dem subjektiven Zugriff der Akteure überlassen.

Diese entschieden sich dafür, auf eine geschlossene Handlung zu verzichten und die Figuren des Dramas aufzulösen, um so die Intensität und Unmittelbarkeit des Augenblicks als das eigentliche Thema des Dramas kenntlich zu machen und zum Inszenierungskonzept zu erheben.

So sollten aus der einschüchternden Masse der „allzu viel gesprochenen Sätze“, wie Dramaturgin Tarun Kade auf der Homepage der Kammerspiele ausführt, die „echten Gefühle“ freigelegt werden

 

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