Am Gymnasium Ochsenhausen sind die Bienen eingezogen

der Imkermeister Hans Musch, die Lehrerin Nadja Titze und zwei SchülerInnen des neuen GO-Bienen-Teams

Zusammenarbeit mit Ochsenhauser Imker und der Uni Würzburg beim Forschungs-Bienenstand auf dem Schuldach.

Bienen sind am Gymnasium Ochsenhausen nicht mehr nur Unterrichtsstoff in Bio sondern seit kurzem auch ein Teil der Schulgemeinschaft: In den Bienenstand direkt vor dem Bio-Raum ist ein Bienenvolk eingezogen. Behutsam wurden die einigen tausend Insekten mitsamt ihrer Königin vom Ochsenhauser Imker Hans Musch in ihr neues Heim eingesetzt. Von dort starten sie seither ihre Flüge, sammeln Honig und Pollen und bauen eifrig an ihrem neuen zu Hause.

Es ist allerdings keine normale Behausung, die die Schulbienen haben. „Unser Bienenkasten ist ein Teil eines Forschungsprojektes, das die Uni Würzburg gemeinsam mit der Audistiftung ins Leben gerufen hat“, erklärt Tobias Beck, Leiter des Schülerforschungzentrums am GO. Um die Lebensbedingungen für Bienen in ganz Deutschland systematisch zu untersuchen, wurden 100 Forschungsstationen an Schulen und Kindergärten verteilt. In einem so genannten „Top Bar Hive“, der mehr wie eine große Truhe als ein herkömmlicher Bienenkasten aussieht, sollen die Bienen dabei bis auf die Behandlungen gegen die gefährliche Varroa-Milbe weitgehend in Ruhe gelassen werden. Überwacht werden sie lediglich durch zahlreiche Sensoren, die kontinuierlich Temperatur, Feuchtigkeit, Wetterlage und Honigmenge messen. Das SFZ hatte sich im vergangenen Jahr für eine Teilnahme an dem We4Bee-Projekt beworben – und den Zuschlag dafür bekommen. „Und dass wir nun noch von einem lokalen Imker aus Ochsenhausen ein Bienenvolk gespendet bekommen haben, freut uns natürlich umso mehr“, fügt Beck an.

Alle Daten von den Ochsenhauser Schulbienen wandern nun übers Internet zur Auswertung auf einen Server nach Würzburg. „Vermutlich sind unsere Bienen also einige der wenigen Völker, die einen DSL-Anschluss in ihrem Kasten haben“, lacht Nadja Titze. Die Lehrerin hat gemeinsam mit Hans Musch ein Bienen-Team für die Unterstufe ins Leben gerufen, das die neuen Schulbewohner in Zukunft betreuen soll.

Parallel zu ihrem Dasein für die Forschung sorgen die Schulbienen für Belebung im Bio-Unterricht: Neben einem Schauglas, durch das man vor Ort das Gewusel der Insekten beobachten kann, gibt es auch eine Kamera, die regelmäßig die Bienen in ihrem neuen Heim fotografiert und ein Bild ins Netz schickt. „So haben wir nicht nur Zugriff auf die Daten, sondern können wir von überall aus verfolgen, wie es unseren Bienen gerade geht“, freut sich Nadja Titze. Unter www.gymox.page/bienen kann jeder nachsehen, was die fleißigen Honigsammler vom Gymnasium gerade so treiben.

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